Thales von Milet

Thales von Milet gilt als Wegbereiter der Naturphilosophie. Ihm wird als einer der Sieben Weisen der Spruch Γνῶθι σαυτόν zugeschrieben, also die berühmte Inschrift aus Delphi: „Erkenne dich selbst!“. Er ist bekannt aus dem Mathematikunterricht (Text 5). 585 v. Chr. hat er eine Sonnenfinsternis vorausgesagt (1). Aber nicht nur als Gelehrter ist Thales bekannt geworden. Vielmehr widerlegte er sehr anschaulich, warum ein Philosoph nicht von selbst ein weltfremder Versager ist (2). Nach Aristoteles soll er als erster gelehrt haben, dass es einen einzigen (Monismus) Urstoff (ἀρχή) der Welt gebe; die Welt sei aus Materie entstanden, nämlich aus Wasser (τὸ ὕδωρ), und bestehe immer noch aus Wasser (3). Er begründet seine These mit empirischen Beobachtungen und spricht als erster in Abstraktionen. Götter, die in allem vorzufinden seien, sind für Thales wohl nur noch bildhafter Ausdruck für die Materie (Hylozoismus, 4).

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Ein Besitz für immer – Πρόχειρα ἐς αἰεί

Die nachfolgenden Aspekte der griechischen Literaturgeschichte stellen – wie aus dem Titel ersichtlich ist – einen schematischen Streifzug dar. Keinesfalls erhebt dieses opusculum Anspruch auf Vollständigkeit. Eher soll es eine zusammenfassende Übersicht sein. Nützlich kann es bei der inhaltlichen Vorbereitung auf die griechische Abiturprüfung sein. An dieser Stelle sei allen Personen, deren Erkenntnisse in dieses Werk miteingeflossen sind, gedankt ─ vor allem natürlich unserem Kursleiter Herr Regenfelder!

Die Herausgeber Johannes Isépy und Thomas Gabor (27. April 2009)

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